Neues von der AG Klimawandel & Gesundheit

 

7.April 2018 in Frankfurt am Main.

Wir bewegen uns weiter auf dem Weg zu einer lebenswerten und gesunden Gesellschaft.

 

Am ersten April-Wochenende trafen sich rund 100 Aktive aus dem Gesundheitssektor zum zweiten bundesweiten Vernetzungstreffen der Kritischen Mediziner*innen Deutschland in Frankfurt am Main. Anlässlich des Weltgesundheitstages am Samstag wurde durch ein „Die-In“ auf die gravierenden aktuellen und zukünftigen Gesundheitsauswirkungen des (globalen) menschengemachten Klimawandels aufmerksam gemacht. Diese werden im anschließend veröffentlichten Positionspapier beschrieben und analysiert.  

Ein Die-In ist eine kreative Protestform in der Aktivist*innen simulieren tot zu sein. Hier weisen wir durch Grabsteine auf die vielfältigen Wirkmechanismen des Klimawandels auf die menschliche Gesundheit hin.

 

Wer die Gesundheit der Menschen ernst nimmt, so lautet die Analyse, muss den sozialverträglichen Kohleausstieg sofort einleiten. Die AG Klimawandel und Gesundheit schafft mit dieser Aktion Aufmerksamkeit für die größte Gefahr für die globale Gesundheit im 21. Jahrhundert und richtet sich explizit an Gesundheitsminister Jens Spahn und Umweltministerin Svenja Schulze.

 

Diese werden dazu aufgefordert endlich Verantwortung zu übernehmen und sich den Implikationen der wissenschaftlichen Untersuchungen nicht länger zu entziehen.
Gesundheit braucht konsequenten Klimaschutz und damit verbundene systemische Transformation.

 

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KritMeds Bonn empfiehlt

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„Hallo ihr kritischen Mediziner*innen, Pfleger*innen, Physiotherapeut*innen, …

Vom 6. – 8. April 2018 wird das zweite Bundestreffen kritischer Mediziner*innen im Studihaus Frankfurt stattfinden. Einige von Euch waren beim letzten Treffen in Berlin dabei, andere nicht. Umso besser, denn wir wollen uns auch beim zweiten Treffen (noch besser) kennen lernen um unser Netzwerk zu erweitern und in Zukunft zusammen zu arbeiten. :-)

Nach den schönen, motivierenden Tagen in Berlin arbeiten wir weiter daran, Menschen aus Gesundheitsberufen zusammen zu bringen und gemeinsam kritische Perspektiven aufzubauen und zu vertiefen. Freut euch auf spannende Vorträge, Workshops, Aktionen, Diskussionen rund um das Gesundheitssystem, Gesundheit und Politik. Auch dieses Treffen wird ausdrücklich Raum bieten, eure eigenen Vorstellungen und Ideen einzubringen. Und auch der Spaß soll natürlich nicht zu kurz kommen. ;-)

Da wir glauben, dass interdisziplinäre Zusammenarbeit für gute Gesundheitsversorgung unerlässlich ist, sind Nicht-Medizinstudierende und Nicht-Ärzt*innen ausdrücklich willkommen.

Bitte meldet euch rechtzeitig per Mail an und sagt Bescheid, ob ihr einen Schlafplatz, Kinderbetreuung oder sonst irgendwas benötigt. Wir geben uns alle Mühe, dass eurer Teilnahme keine Hürden im Weg stehen. Genauere Informationen folgen dann in den nächsten Wochen; zum Anmelden, bei Anregungen zum Programm oder bei Bock aufs mitorganisieren meldet euch unter kritmed-vernetzung@riseup.net. Außerdem müssen wir je nach Finanzierungsmöglichkeiten leider einen Teilnahmebeitrag von 10 bis 20 Euro erheben.

Save the date, bis dann!
Euer Orga-Team

PS: Diese Einladung darf gerne an interessierte Gruppen und Personen weitergeleitet werden. Es gibt sogar eine facebook-Veranstaltung, auch dort werdet ihr auf dem Laufenden gehalten: https://www.facebook.com/events/933615503454009/

Empfehlung – save the date!

Im März stehen gleich zwei spannende Veranstaltungen an:

18.-25.03.2018 KörperlICH-Themenwoche – Witten:

https://i2.wp.com/www.krebs-nachrichten.de/files/content/nachrichten/Public/2014/02-2014/05-02-2014/newsimage225929.png
Auch die Psychologiestudent*innen der Uni Witten-Herdecke gestalten einmal jährlich eine Woche voller spannender Workshops, Vorträge und Referent*innen sowie vielen vielen netten Menschen…
Hier zur Anmeldung: http://koerperlich-themenwoche.webflow.io/

20. und 21.03.2018 Kongress Armut & Gesundheit – Berlin:

https://i0.wp.com/www.armut-und-gesundheit.de/fileadmin/user_upload/MAIN-dateien/Kongress_A_G/A_G_17/Fotos_2017/view_03_Kongress_Armut_und_Gesundheit_2017.jpg
Der Public Health Kongress Armut und Gesundheit findet dieses Jahr unter dem Motto Gemeinsam. Gerecht. Gesund. statt.
Mehr auf der Website: http://www.armut-und-gesundheit.de/

Filmabend: Vulva 3.0 – Do. 18.1. 20.30 Uhr im ORH

Kein automatischer Alternativtext verfügbar.Bevor das Semester zu Ende geht möchten wir gerne noch den Film „Vulva 3.0“ mit euch anschauen. In dem Dokumentarfilm geht es um „die Repräsentation und die Modellierungen des weiblichen Genitales, anatomische Irrtümer, Zensur, Beschneidung durch Photoshop und Laserskalpelle sowie die Schönheit und Einzigartigkeit des weiblichen Wollustorgans“ (http://www.vulva3.de/).
Wenn ihr dieses Thema genauso wichtig findet wie wir, kommt am 18.01. um 20.30 ins Oscar-Romero Haus. Wir freuen uns auf einen interessanten Filmabend mit euch!
Außerdem Gibts im Keller des ORH am gleichen Abend Kneipe und Küfa (Küche für alle – gegen Spende)! Kommt also ein paar Minuten früher und holt euch noch einen Teller Essen und ein Kaltgetränk eurer Wahl und dann machen wir es uns auf dem Dachboden gemütlich.

Für alle Neugierigen hier der Link zum Trailer:
http://www.kino-zeit.de/filme/trailer/vulva-3-0

Rücklick 2017

Bei den Kritischen Mediziner*innen Bonn liegt ein spannendes Jahr hinter uns, an dem wir Euch gerne in Auszügen teilhaben lassen wollen.
Danke für Euer Interesse an unserer Arbeit!

Seenotrettung im Mittelmeer:
Um auf die Problematik der mangelhaften Seenotrettung im Mittelmeer aufmerksam zu machen, zeigten wir im Juli den Film „Fuocoammare“, der Einheimische und Geflüchtete auf Lampedusa porträtiert. Seit Oktober halten wir regelmäßig Mahnwachen vor dem Alten Rathaus ab, um auf die Situation der Menschen aufmerksam zu machen, die weiterhin bei der Überfahrt ums Leben kommen oder der lybischen Küstenwache in die Hände fallen und in lybischen Gefängnissen misshandelt werden. Auch im nächsten Jahr planen wir weitere Mahnwachen und Aktionen. Dabei werden wir wie bisher mit Jugend Rettet kooperieren.
Mehr zu Jugend Rettet: https://jugendrettet.org/de/

Mental Health & Medizin – Krankmachender Gesundheitsberuf?!:
Anlässlich des Tages der Lehre der medizinischen Fakultäten NRW in Bonn gab es von uns einen Vortrag zum Thema „Mental Health & Medizin – Krankmachender Gesundheitsberuf?!“. Auf unserer Internetseite findet ihr sowohl eine Zusammenfassung des Vortrages als auch einen Bericht einer betroffenen Studentin:
https://kritmedbonn.wordpress.com/arbeitsthemen/mental-health/im-medizinstudium/

Vernetzungstreffen der Kritischen Mediziner*innen Deutschland:
Im September fand das erste bundesweite Vernetzungstreffen der Kritischen Mediziner*innen in Berlin statt. Unter dem Oberthema „Ökonomisierung im Gesundheitssystem“ nahmen wir an spannenden Workshops, Vorträgen und Diskussionen teil. Das Ergebnis waren viele neue Kontakte, Anregungen und der Zusammenschluss zu neuen Arbeitsgruppen wie der AG „Klimawandel und Gesundheit“ und dem kritischen Lesekreis.
https://kritmedbonn.wordpress.com/gesundheitspolitik/ag-klimawandel-gesundheit/
Nach dem Erfolg im letzten Jahr wird es auch 2018 ein Vernetzungstreffen geben. Diesmal nehmen wir den Weltgesundheitstag (07.04.) als Anlass und treffen uns am Wochenende vom 06.-08.04. voraussichtlich in Frankfurt. Kommt mit!

Weltklimakonferenz COP23:
Im November fand in Bonn die Weltklimakonferenz COP23 statt. Es ist wichtig, gerade dem Gesundheitssektor im Kontext Klimawandel und Umweltverschmutzung eine deutliche Stimme zu geben. So nahmen wir als KritMeds Bonn und AG „Klimawandel und Gesundheit“ der Kritischen Mediziner*innen Deutschland an der Großdemo teil, hielten einen Workshop zum Thema und waren auf dem Climate and Health Summit vertreten.
https://kritmedbonn.wordpress.com/gesundheitspolitik/ag-klimawandel-gesundheit/rueckblick-ausblick/

Soliparty MediNetzBonn:
Ebenfalls im November wurde gefeiert, und zwar für den guten Zweck: Im Keller des Oscar-Romero-Hauses, verköstigt von der Küfa (Küche für Alle) und aufs Feinste beschallt vom Kulturverein Rhizom veranstalteten wir eine Soliparty zu Gunsten von MediNetzBonn e.V., das Geflüchtete ohne Papiere und Krankenversicherung an Ärzt*innen vermittelt und ihnen so einen Zugang zu medizinischer Versorgung ermöglicht.
http://medinetzbonn.de/

„Wissenschaft schafft, Wissen zu schaffen?!“:
Nachdem wir uns selbst viel mit dem Thema Mammografie-Screening und dessen Evidenz beschäftigt hatten, versuchten wir in Diskussionen mit den Lehrverantwortlichen einen kritischeren Blick auf das Thema in der Vorlesung zu erreichen. Die Erfahrung zeigt uns, dass die Mühlen zwar langsam mahlen, inhaltliche Auseinandersetzungen in den hierarchischen Strukturen der Universität anstrengend sind und am Ende die Frage nach „der einen objektiven Wahrheit“ offen bleibt, doch dass auch wir als Studierende die Möglichkeit haben, uns selbst zu bilden und auf die Lehre Einfluss zu nehmen.

Bleibt mutig, denkt selbst und gebt euch eine Stimme!
Hier zu einem etwas anderen Erfahrungsbericht:
https://kritmedbonn.files.wordpress.com/2018/01/fazit-mammographie.pdf

Urteil gegen Gynäkologin – strukturelle Diskriminierung:
Im Herbst 2017 wurde eine Gynäkologin verklagt und verurteilt, weil sie auf ihrer Webseite darüber informierte, dass sie Abtreibungen durchführt. Das gilt nach aktueller Gesetzeslage als Werbung und ist verboten. Dass die Suche nach einer Ärztin, die diesen Eingriff durchführt, für Frauen dadurch nicht nur sehr zeitintensiv sondern auch erniedrigend werden kann, wird dabei vom Gesetzgeber ignoriert. Denn immer noch werden Frauen, die eine Abtreibung vornehmen lassen wollen, mit Hindernissen und Missbilligung konfrontiert.
Mehr zu dem Fall: http://www.tagesspiegel.de/politik/urteil-in-giessen-aerztin-wegen-werbung-fuer-abtreibung-zu-geldstrafe-verurteilt/20627674.html
Mehr zur gesetzlichen Lage der Abtreibung: https://www.profemina.org/info-abtreibung/straffreie-abtreibung/gesetze-zum-schwangerschaftsabbruch/§-218-stgb-schwangerschaftsabbruch

„Drittes Geschlecht“ – Intersexualität:
Endlich hat es die Debatte um die Sichtbarkeit derer, die sich selbst weder als „Mann“, noch als „Frau“ definieren auch in die Öffenlichkeit geschafft. Hier geht es nicht nur um strukturelle Diskriminierung, sonder auch um die Frage wie sehr die Kategorien „Mann“ und „Frau“ sowohl gesellschaftlich, als auch biologisch geeignet sind, um die Realität wiederzuspiegeln. Offen bleibt die Frage, wie wertschätzend und inklusiv die angestrebte Einteilung „Mann“, „Frau“ und „der ganze Rest“ wirklich ist.
https://kritmedbonn.wordpress.com/2017/11/19/gerichtsbeschluss-zur-dritten-option-intersexualitaet/

Besser spät als nie wünschen wir Euch ein wunderbares Jahr 2018 – bleibt kritisch!

„Wissenschaft schafft, Wissen zu schaffen?!“

Nachdem wir uns selbst viel mit dem Thema Mamografie-Screening und dessen Evidenz beschäftigt hatten versuchten wir in Diskussionen mit den Lehrverantwortlichen einen kritischeren Blick auf das Thema in der Vorlesung zu erreichen. Die Erfahrung zeigt uns, dass die Mühlen zwar langsam mahlen, inhaltliche Auseinandersetzungen in den hierarchischen Strukturen der Universität zwar anstrengend sind und am Ende die Frage nach „der einen objektiven Wahrheit“ offen bleibt, doch auch wir als Studierende die Möglichkeit haben, uns selbst zu bilden und auf die Lehre Einfluss zu nehmen.
Bleibt mutig, denkt selbst und gebt euch eine Stimme!
hier zu einem etwas anderen Erfahrungsbericht:
Fazit Mammographie – „kritisierbare Kritik“