Elektronische Patientakte (ePA) kommt – „Hacker hin oder her“

Die elektronische Patientakte (ePA) kommt 2021. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn möchte damit in der Digitalisierung des Gesundheitswesens Tempo aufnehmen und die seit Jahren stockende Debatte beenden – „Hacker hin oder her“.

Ist diese Entwicklung längst überfällig – oder kommt die ePA überstürzt?

Mit der ePA sollen alle Versicherten ab Januar 2021 die Möglichkeit haben, ihre sämtlichen Gesundheitsdaten (Röntgenbilder, Befunde, Impfungen etc.) auf zentralen Servern speichern zu lassen. Per Handy/Tablet können sie dann darauf zugreifen. Sie können selbst bestimmen, welche Daten gespeichert werden und wer darauf Zugriff haben kann.

Datenschützer*innen beklagen erhebliche Sicherheitsmängel. Das Entscheiden über die eigenen Daten soll zum Beispiel erst ab 2022 möglich sein – also ein Jahr nach der Einführung der ePA. Auch der Chaos Computer Club hat vielfältige Sicherheitslücken aufzeigen können.

Ärzt*innen oder Praxen, die bei der ePA, aus nachvollziehbaren Gründen, zunächst nicht mitmachen wollen, werden sanktioniert.

Für eine Weiterentwicklung dieser Tragweite – der (lebenslangen) Speicherung sensibler Daten und allen Risiken, die sie mit sich bringt – braucht es flächendeckende Aufklärung und ein breites Vertrauen der Bevölkerung.

Die ePA scheint in der jetzigen Form nicht sicher genug zu sein. Doch werden wir je absolute Datensicherheit haben können?

Für mehr Infos zu dem Thema:

https://www.computerwoche.de/a/so-digital-ist-das-gesundheitswesen-2021,3549537

https://netzpolitik.org/2020/elektronische-patientenakte-datenschuetzerinnen-halten-patientendaten-schutz-gesetz-fuer-rechtswidrig/

Workshop: Rassismus und die Psyche – kritisches Weißsein

5.12.2020 – 10 bis 14 Uhr – Workshop: Rassismus und die Psyche – kritisches Weißsein – digital

Da der Workshop eine begrenzte Teilnehmer*innenzahl hat, bitten wir um eine kurze Nachricht an kritmed-bonn@riseup.net, wenn ihr Interesse an dem Workshop habt.

Rassismus und seine Folgen für Betroffene sind lange Zeit in der Welt der Wissenschaft – insbesondere in der Psychologie, Psychosomatik und Neuropsychiatrie – vernachlässigt worden.Auch wenn es in der internationalen Forschungslandschaft große Bemühungen gibt, dem entgegenzuwirken, existieren beispielsweise in Deutschland keine empirischen Studien zu den Zusammenhängen zwischen rassistischer Diskriminierung und (psychischer) Gesundheit.
Gleichzeitig ist belegt, dass als Folge von Rassismus, Weiße ab der frühesten Kindheit implizites Wissen über die rassistische Hierarchisierung in der Gesellschaft besitzen und sich ihr Denken, Fühlen und Handeln nach diesem Wissen richten.
Aufgrund der insbesondere psychischen Auswirkungen der rassistischen Sozialisation und ihres soziopolitischen, sowie ökonomisch privilegierten Status, verspüren Weiße jedoch keine (Eigen)Motivation, Rassismus zu thematisieren und dekonstruieren.Dieser Workshop fokussiert die Implikationen der rassistischen Sozialisation für die medizinisch/psychologische Diagnostik und Behandlungsplanung: Schwerpunkt ist das Weißsein.

***Da der Workshop eine begrenzte Teilnehmer*innenzahl hat, bitten wir um eine kurze Nachricht an kritmed-bonn@riseup.net, wenn ihr Interesse an dem Workshop habt.***

Die Veranstaltung wird bei Zoom auf deutsch stattfinden. Den Zugang erhaltet Ihr nach Anmeldung.

Der Workshop findet unter Anleitung von Dr.‘in med. Amma Yeboah statt.
Amma Yeboah wuchs in in Ghana, Botswana, Namibia und Deutschland auf.
Sie studierte Humanmedizin an der Freien Universität Berlin, absolvierte eine Ausbildung zur Trainerin bei Phoenix e.V. und promovierte an der Charité, Universitätsmedizin Berlin.
Beruflich ist sie Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Trainerin für Empowerment und Critical Whiteness sowie psychodynamische Supervisorin und Coach.
Vom Sommersemester 2019 bis Wintersemester 2019/2020 übernahm sie eine Gastdozentur für Gender und Gesundheitsverhalten an der Universität zu Köln.

Gesellschaft*Macht*Geschlecht 2020 – Sexarbeit aus feministischer Perspektive

2.12.2020 – 18 Uhr – Sexarbeit: intersektionale feministische Perspektiven mit Jenny Künkel (GMG2020) – digital

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe Gesellschaft*Macht*Geschlecht statt.

Das Thema Sexarbeit ist hoch umkämpft. Die Referentin Jenny Künkel vereint in ihrem Vortrag unterschiedliche Zugänge zu dem Thema Sexarbeit und geht auf aktuelle Debatten und Gesetzeslagen ein.
Bisweilen werden feministische Perspektiven auf eine Forderung nach Abschaffung von Prostitution reduziert. In dieser Veranstaltung zeigt die Referentin, dass Feminismus nur im Plural existiert und intersektional zu denken ist. Das heißt, dass z.B. auch Klasse und Nationalität berücksichtigt werden müssen. Im Vortrag werden Forderungen von Sexarbeiter*innen und aktuelle Positionen aus der Wissenschaft mit Arbeitskämpfen über Trans* und Queer-Aktivismus sowie den Kämpfen der Migration oder Care-Revolution verknüpft.

Ihr könnt den Vortrg unkpmpliziert und ohne Anmeldung bei Youtube verfolgen.

Jenny Künkel ist kritische Wissenschaftlerin und Aktivistin. Sie forscht zu Sexarbeit, Polizei, Migration, sozialen Bewegungen und Neoliberalisierung. Sie promovierte über das Regieren von Sexarbeit in der neoliberalen Stadt und arbeitete als Postdoc an der Humboldt-Universität Berlin. Derzeit lebt sie in Bordeaux und arbeitet am Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) zu Drogenkonsum in feministischen Partyräumen.
Jenny Künkel ist u.a. Autorin und Herausgeberin von „Sexarbeit. Feministische Perspektiven“ (2019) und „Sex, Drugs & Control – Das Regieren von Sexarbeit in der neoliberalen Stadt“ (2020).Twitter: @JennyKuenkel
Webseite: https://sexcrimecity.wordpress.com

Weitere Veranstaltungen der Reihe Gesellschaft*Macht*Geschlecht findet ihr hier.

KORB 2020

Auch dieses Jahr wird es eine Kritische Einführungswoche in Bonn geben. Die KORB geht in die zweite Runde. Auf Grund der aktuellen Pandemielage muss die KORB2020 leider ausschließlich digital stattfinden, aber wir hoffen, dass wir Euch trotzdem mit einem spannenden Programm im ersten bzw. neuen Wintersemester begrüßen können.Vom 10. November bis zum 20. November werden im Rahmen der KORB2020 Veranstaltungen angeboten.

Die Zugangsdaten bekommt ihr auf der Homepage oder bei den Facebookveranstaltungen.

Veranstaltungshinweise

Wir freuen uns sehr auf einige spannende Veranstaltungen im Herbst und Winter mit dem LBST-Referat und dem Referat für Frauen und Geschlechtergerechtigkeit.

20.11.2019

Filmabend Intersexion, 20 Uhr in Hörsaal 3 der Universität Bonn

Facebookveranstaltung: https://www.facebook.com/events/1413894115436371/

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=5PeJ12_H–s

02.12.2019

Tabu Abtreibung? Vortrag und Gespräch mit Dr. med. Karin Siefert  um 18 Uhr im Hörsaal 17 der Universität Bonn

Facebookveranstaltung: https://www.facebook.com/events/356944405095367/

 

Bonner Bündnis für mehr Personal im Gesundheitswesen

Kostendruck, Personalmangel, Ungleiche Versorgung, Überlastung – die Probleme in unserem Gesundheitssystem sind vielfältig. Leider führt dies u.a. zu einer verschlechterten Versorgungslage und sowohl Patient*innen und Arbeitnehmer*innen leiden darunter. 
Um dem entgegenzuwirken soll nun auch in Bonn ein Bündnis für mehr Personal im Gesundheitswesen gegründet werden. 
Wenn auch Du an den Zuständen in den Bonner Kliniken etwas ändern möchtest, ist hier die Möglichkeit sich einzubringen und zu beteiligen, denn es werden noch Unterstützer*innen und vor allem aktiv Mitarbeitende gesucht! 
Bei Interesse oder Fragen, melde Dich einfach bei uns! 

Frühjahrsputz fürs StGB!

Gemeinsam mit dem Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung, den KritMeds Köln und engagierten Kölner*innen haben wir gestern am bundesweiten Aktionstag für körperliche Selbstbestimmung auf der Domplatte demonstriert.
Weg mit 219a – für eine Gesetzgebung, die Schwangeren und Ärzt*innen selbstbestimmtes Handeln ermöglicht!

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Vulva 3.0

Weihnachten! Geburt! Uterus! Vagina! Vulva! Der Zusammenhang ist klar. Deshalb haben wir zur Einstimmung auf den weihnachtlichen Endspurt gestern mit einigen von euch den Film Vulva 3.0 gesehen. Der muckelige Hörsaal war rappelvoll und so kam genau die richtige Stimmung auf um sich mit kuscheligen Plüsch-Vulven und wuscheligen echten Vulven zu beschäftigen. Was denkt sich ein Mensch, der Vulven für Pornos retouchiert, dabei? Wie groß ist eigentlich die Clitoris wirklich? Warum lassen sich immer mehr Menschen mit Vulven die Schamlippen operieren? Und was genau ist so gefährlich an nackten Frauen*? Diese und viele weitere Fragen stellt dieser Film und nicht alle werden beantwortet. Viel spannender Input zum selbst drüber nachdenken und gemütlich über Weihnachten mit der Familie diskutieren. Schön, dass so viele von euch da waren!